Reviews

Kraus, Mozart, Beethoven
Sophie Karthäuser, soprano
Helsinki Baroque Orchestra
dir. René Jacobs
Ingolstadt Konzertverein, 19.5.2017

Das Orchester wütete, Sophie Karthäuser tobte: “Ah! Perfido, spergiuro, barbaro traditor” – Ach! Du treuloser, wortbrüchiger, barbarischer Verräter, schmetterte sie in den Saal. Ihr Timbre war dabei von unvergleichlicher Anmut, das Stimmmaterial strahlendes vokales Edelmetall. Kaum zu glauben: So hinreißend schön können Katastrophen sein – zumindest, wenn Sophie Karthäuser singt.
Die Sopranistin gastierte zum Abschluss der Jubiläumssaison 100 Jahre Konzertverein Ingolstadt im Theaterfestsaal. Begleitet wurde Ludwig van Beethovens Konzertarie von einem der erfolgreichsten Pioniere der historischen Aufführungspraxis, dem Belgier René Jacobs am Dirigentenpult des Helsinki Baroque Orchestra. Eine bessere Besetzung für das Festkonzert lässt sich wahrscheinlich kaum finden für diese Arie. Karthäuser macht regelmäßig Furore als Interpretin barocker oder klassischer Sopranpartien.
In Ingolstadt erregte sie sich, bis ihr der Schweiß von der Stirn lief. Zorn, Angst, fast schon tränenerstickte Schluchzer, schmerzverzerrte Ausbrüche – all diese Affekte hält diese Musik bereit, und Sophie Karthäuser stilisierte sie mit größter Perfektion, ihre Stimme war in jeder Lage sicher, änderte niemals die Klangfarbe, jedes Vibrato war gekonnt eingesetzt. Am Ende strömte ihr Sopran mit einer Urgewalt über die Köpfe der Zuhörer hinweg, als wollte sie mit Tönen töten. Um die ewigen Qualen und Freuden der Verliebtheit ging es zuvor bereits in den drei Konzertarien von Mozart KV 486a, 587 und 528, und auch hier sang Karthäuser bewunderungswürdig, schön und abgründig, erschütternd und gekonnt. Was für eine Sängerin!
Dabei assistierte ihr das auf Originalinstrumenten musizierende Orchester mit höchstem Einfühlungsvermögen, jede seelische Regung sensibel mitverfolgend. Star des Abends war diesmal ganz gewiss nicht nur die wunderbare Mozart-Sängerin Karthäuser, sondern auch das Orchester und natürlich René Jacobs, der in den vergangenen Jahren mit seinen Einspielungen von Mozart-Opern geradezu stilbildend wirkte.
Er eröffnete den Abend mit einem Werk, das nur sehr selten im Konzertsaal zu hören ist – mit Joseph Martin Kraus’ Suite aus der Oper “Aeneas in Carthage”. Kraus (1756-1792) ist auch unter dem Spitznamen “Stockholmer Mozart” bekannt, da er fast gleichzeitig wie das Salzburger Wunderkind lebte. Trotz seiner mangelnden Präsenz im gegenwärtigen Musikleben hat er einen hervorragenden Ruf in der Fachwelt. Joseph Haydn zählte ihn zu den einzigen beiden musikalischen Genies, die er kenne – das andere war Mozart.
Der Vergleich mit dem Klassiker greift dennoch ein wenig zu kurz. Kraus ist ein Mann des Übergangs, ein Komponist der Sturm-und-Drang-Epoche.
Seine Suite dirigierte Jacobs massiv und schwergängig. Selbst die tänzelnden Ballett-Einlagen schritten düster voran. Der tragische Tonfall war immer gegenwärtig, bis hin zum Sturm am Ende. Dann ließ Jacobs die Musik im kunstvoll organisierten Radau der Sturmmaschinen, des Theaterdonners und der Windmaschine schier untergehen.
Viel spannender und auch spannungsgeladener dagegen Beethovens 1. Sinfonie. Die auch von den Originalklang-Apologeten immer ein wenig vernachlässigte Sinfonie wirkte unter seinen Händen plötzlich taufrisch, wie eine unerhörte Entdeckungsreise. Viel Gewicht hatte bereits die Orchestersitzordnung. Jacobs konzentrierte die Bläser auf die rechte Seite und ließ sie den Streichern zuspielen, was einen verblüffenden Stereoeffekt ergab. Über weite Bereiche des Frühwerks hörte man keine Mischinstrumentation, sondern eine Art Registerklang (fast wie bei Bruckner), in dem sich Bläser und Streicher gegenseitig die Motive zuwarfen.
Und: Jacobs setzte tatsächlich mit aller Konsequenz die (immer wieder als unspielbar bezeichneten) Metronom-Angaben Beethovens durch. Mit überraschender Wirkung: Die schnellen Sätze rauschten fast italienisch rossinihaft daher. Den zweiten Satz konnte man mit dem besten Willen nicht mehr als langsam bezeichnen. Und das Finale entwickelte einen kecken Humor. Vor allem aber machten die Helsinkier Musiker ihre Sache hervorragend, selbst die höllisch schnellen Sechzehntel-Läufe im Stakkato kamen wie geölt daher. Beethoven mit Vollgas, man wünschte sich, noch viel mehr davon von René Jacobs zu hören.
Aber das war noch nicht der passende Saison-Ausklang. Für die Zugabe kam Sophie Karthäuser wieder auf die Bühne und sang Mozarts Arie “Nehmt meinen Dank, ihr holden Gönner!” Mit strahlendem Lächeln warf sie dabei dem von Mozart und Beethoven berauschten Publikum einen Luftkuss zu.
Jesko Schulze-Reimpell, Donaukurier, 21.5.2017

Das Jubiläumsprogramm „100 Jahre Konzertverein Ingolstadt“ bot ohne Zweifel spektakuläre Ereignisse, mit Solisten und Ensembles der absoluten Weltspitze.
Großartige Interpreten sorgten an der Donau für unvergessliche Live-Erlebnisse und verknüpften in schier einzigartiger Manier „Alte Musik“ mit Werken der Gegenwart: Beispielsweise die Gesangssolisten, Christian Gerhaher, Christiane Karg, das herausragende Sinfonieorchester aus Moskau, der Chor des Bayerischen Rundfunks, das Armida Quartett, die junge überaus talentierte Nachwuchskünstlerin Raphaela Gromes (Cello), die Weltmusikerin Sol Gabetta (Cello), die wohl gefragteste Klavierinterpretin unserer Tage, Ragna Schirmer, das Mandelring Quartett mit dem in Ingolstadt geborenen Roland Glassl (Viola), The Philharmonics mit Solisten der Berliner und Wiener Philharmoniker oder auch das Mannheimer Mozartorchester mit Martin Stadtfeld (Klavier).
Den krönenden Abschluss dieser sicherlich auf Jahre hinweg einzigartigen Konzertsaison machte wohl eines der besten Ensembles für Musik, gemäß historisch informierter Aufführungspraxis: das Helsinki Baroque Orchestra unter der Leitung des Spezialisten für „Originalklangmusik“ und langjährigen Intendanten der Innsbrucker Festwochen, René Jacobs sowie die überaus versierte Mozart-Interpretin, Sophie Karthäuser (Sopran). Gleich zum Auftakt verdeutlichte das Helsinki Baroque Orchestra bei einer makellosen Intonation der „Suite“ aus der Oper „Dido und Aeneas“ von Joseph Martin Kraus, wie affektvoll und facettenreich „Alte Musik“ klingen kann. Gerade in diesem Werk wimmelt es von herrlichen Kantilenen, Ausdrucksfinessen, Klang-Schönheiten, und dynamisch erlesen in Szene gesetzter Mehrstimmigkeit, die auch bei Beethovens bekannter Sinfonie Nr. 1 in C-Dur – am Ende des atemberaubenden Konzertes deutlich wurde.
René Jacobs, der sich in der Vergangenheit mit mehr als 260 Aufnahmen, einer regen Tätigkeit (Sänger, Dirigent, Wissenschaftler und Lehrer) als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Musik des Barock und der Klassik profilieren konnte, ließ den so engagiert agierenden Musikern aus Finnland, zart und innig geführt, einen bemerkenswert großen Freiraum, der sich positiv auf die Tonstruktur und das lebendige Musizieren auswirkte. Zudem sorgte er stets glanzvoll für die im Barock so wichtigen dynamischen Nuancen. Der Grammy-Gewinner, Ehrendoktor der Universität Gent und mehrfach ausgezeichnete Künstler zählt ohne Zweifel auch zu den ganz großen Dirigenten. Dies wurde im Konzertverlauf besonders deutlich.
Viele Jahre schon arbeitet Sophie Karthäuser mit René Jacobs zusammen. Die belgische Sopranistin ist an den herausragenden Musikzentren der Welt bestens bekannt und vor allem im Opernfach oder auch bei Lied-Rezitals überaus gefragt. Besonders bei Mozart scheint sie ganz im Element zu sein. Die von ihr dargebotenen Konzertarien, „Basta, vincesti“, „Alma grande e nobil core“ sowie „Bella mia flamma, addio“, die sich zwischen Trost und Hingabe bewegen, waren somit voll von zärtlicher, gleichermaßen dramatischer Hingabe an eine Musik, die Herz und Seele des spürbar beeindruckten Publikums in einzigartiger Manier erfüllen konnte.
Johannes Seifert, Augsburger Allgemeine, 22.5.2017


Kraus, Schubert
Monica Groop, mezzo-soprano
Helsinki Baroque Orchestra
dir. Aapo Häkkinen
Schwetzinger Festspiele, 9.5.2016

Unter der Leitung des Cembalisten Aapo Häkkinen legte das Orchester eine liebevoll ausgefeilte Wiedergabe der c-Moll-Sinfonie [von Kraus] vor. In zartem, transparentem Spiel unterstrich das kleine Orchester den elegischen Ausdruck der Sätze. Monica Groop zeichnete mit ihrem differenziert geführten Mezzosopran nach, wie geschickt Kraus in den drei ausgewählten Konzertarien die im Text geschilderten Gefühle in Musik verwandelt hat. Der Abend hatte aber noch das Werk eines weiterem früh verstorbenen Genies im Programm: die vierte Sinfonie von Franz Schubert. Dass das stilgetreu musizierende Helsinki Baroque Orchestra im Klang nicht so glatt poliert ist wie große internationale Klangkörper, sorgte für eine authentische Atmosphäre. Die Musiker verliehen den Ecksätzen dramatischen Ausdruck, vor allem der Finalsatz erhielt eine mitreißende innere Spannung. Sehr gelungen war der Kontrast zwischen Menuett und idyllischen Trio.
Nike Luber, Rhein-Neckar-Zeitung, 18.5.2016

Reviews 2015

Monteverdi: L’incoronazione di Poppea
dir. Aapo Häkkinen
Finnish National Opera, 25.9.-3.10.2015

The element of the operatic repertory least well represented at the Finnish National Opera is Baroque opera. However, this gap has been satisfactorily filled from time to time by guest performances, such as the recent production, by the Finnish Chamber Opera, of Monteverdi’s L’incoronazione di Poppea. The matinee (…) was almost sold out, so there would seem to be an appreciative audience here for more than the standard Romantic operas.
The production had a firm foundation to work from in its collaboration with the highly accomplished Helsinki Baroque Orchestra. The conductor Aapo Häkkinen led this excellent ensemble, realizing the finest subtleties of Monteverdi’s score.
Vocally the performance was certainly enjoyable. Monica Groop was impressive as an imperious Ottavia, formidable when blackmailing Ottone into attempting to kill Poppea, touching when forced into exile. Helena Juntunen as Poppea gave a very good performance as the uninhibitedly sensuous object of passionate love (…) And yet Kajsa Dahlbäck almost outdid Juntunen with her deeply felt portrayal of Drusilla; her scenes were some of the most charming of the entire performance.
Henry Bacon, Opera, 1/2016


Musica Baltica
Helsinki Baroque Orchestra
Neuburger Barockkonzerte, 8.10.2015

Nicht zu kämpfen hatten diese sieben Musiker des Helsinki Baroque Orchestra: Weder mit Taste, Bogen, noch Saite – voller Passion, Hingabe und unbeschwerter Spielfreude traten sie auf und verliehen der Musik beschwingte Flügel. Par excellence musizierten sie auf ihrem Instrumentarium, Kompositionen klangen auf, die sich in der grandiosen “Düben-Sammlung” aus Uppsala finden (…)
Gewiss, es war ein Aufbruch ins Barocke Zeitalter, aber das Ensemble nahm förmlich Anlauf, sodass seine Interpretationen innovative Sprengkraft bargen, die voller Überraschungen stecken. Diese Musik schien aus der Zeit zu fallen, als ginge das Septett zurück in der Zukunft.
Voller physischer Präsenz, spiritueller Durchdringung und emotionaler Feinzeichnung appelierte hier das Barockensemble ans Tanzbein: Dieser Schwung, dieses Feuer traf der Zeitgeist überschwängliche Freude im Kontrast zur reflexiven Paduan oder Sarabande.
Ulrich Ostermeier, Augsburger Allgemeine, 10.10.2015


Handel, Mozart
Julia Lezhneva, soprano
Helsinki Baroque Orchestra
dir. Aapo Häkkinen
Dresdner Musikfestspiele, 15.5.2015

Julia Lezhnevas Auftritt am Freitag in der Frauenkirche, begleitet vom Helsinki Baroque Orchestra, erwies sich als ein Glanzlicht der Festspiele (…) Bei Mozarts G-Dur-Sinfonie zeigten sich die Finnen in ihrem Element. Sie ließen dieses Kleinod der frühklassik funkeln, dass es eine ungetrübte Freude war. Doch trat die instrumentale Kunst in den Hintergrund, wenn Prinzessin Julia zu singen anhub (…) Julia Lezhneva nuancierte hier am Rande des Hörbaren, sie tat, was Nachtigallen täten, wenn sie flüstern könnten. Was für ein Abend!
Jens-Uwe Sommerschuh, Sächsiche Zeitung, 18.5.2015

Das Helsinki Baroque Orchestra unter Leitung von Aapo Häkkinen pflegt einen eleganten Musizierstil – so gehört nicht nur in Mozarts Sinfonie Nr. 15 G-Dur KV 124, sondern durchaus auch angewandt auf die beide Ouvertüren Händels. Andere Alte-Musik-Ensembles gehen da sicher impulsiver, prägnanter zur Sache, gleichwohl entfaltete die von Präzision und Klarheit getragene Sicht der Finnen Eindruck und war weit davon entfernt, unterkühlt zu wirken.
Sybille Graf, Dresdner Neueste Nachrichten, 18.5.2015


Handel, Mozart
Julia Lezhneva, soprano
Dmitry Sinkovsky, violin
Helsinki Baroque Orchestra
dir. Aapo Häkkinen
Kurhaus, Hamm, 21.1.2015
Herkulessaal, Munich, 23.1.2015
Kursaal, Merano, 25.1.2015

Bereits das Eröffnungsstück, Händels Ouvertüre in F-Dur HWV 342, setzte Maßstäbe: Das Orchester erreichte einen plastischen, transparenten Klang voller Wärme, der Raum gab für lebendige Nuancierungen und Artikulationen (…) Lezhneva, Sinkovsky und das Orchester mit seinem künstlerischen Leiter Aapo Häkkinen am Cembalo schufen einen Klang, der die größtmögliche Genauigkeit im Zusammenspiel mit einer intensiven Lebendigkeit und schwereloser Leichtigkeit anreicherte. Für dieses außergewöhnliche Konzerterlebnis bedankte sich das Publikum mit minutenlangen stehenden Ovationen und entließ die Akteure erst nach drei Zugaben.
Bianca Stücker, Westfälischer Anzeiger, 23.1.2015

Nach dem zweiten, wunderbar leise und verhalten strömenden Händel-“Encore”, dem noch weitere folgen sollten, gab es Ovationen und “Brava”-Rufe im Herkulessaal für eine großartige junge Sopranistin, die in München debütierte, der aber schon der Ruf einer außergewöhnlichen Sängerin vorausgeeilt war: Julia Lezhneva. Mit Arien aus selten gespielten Opern und Oratorien Georg Friedrich Händels, dazu dessen “Salve Regina” und Mozarts “Exsultate, jubilate” hatte sie einen ganzen Abend lang an der Seite des exzellenten Helsinki Baroque Orchestra unter Leitung von Aapo Häkkinen begeistert.
Klaus Kalchschmid, Süddeutsche Zeitung, 25.1.2015

Das Helsinki Baroque Orchestra unter Aapo Häkkinen ist zu alledem ideal: frisch, exakt, nie verbissen und technisch reif. Im Bravo-Überschwang ging das Konzert in vier Zugaben, wurde immer freier und so zu einem Hochgenuss.
Adrian Prechtel, Abendzeitung, 25.1.2015

Aus dem Saal leuchten die Augen aller bei tosendem Jubel – so etwas hat es noch nie gegeben – für ein Konzert das pathetisch gesprochen, auch mit zwei Zugaben der Sängerin und mit dem innigen Duett “Vivo in te” mit Sinkovsky als Countertenor zum Besten gehört, was je bei Musik Meran zu hören war. Was für ein Abend, was für ein genuines Publikum, das diese Sternstunde als musikalisches Hochamt mit zelebriert!
C.F. Pichler, Dolomiten, 28.1.2015
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Kraus: Arias and Overtures
Monica Groop, mezzo-soprano
Helsinki Baroque Orchestra
dir. Aapo Häkkinen
Naxos, 2014

The Helsinki Baroque Orchestra, under harpsichordist Aapo Häkkinen, has a few previous recordings under its belt (…) As impressive as those recordings were, the present disc surpasses them in the excellence of the playing and the recorded sound. The string playing here is polished and mellifluous, on a par with the best period orchestras around. The winds are mighty fine, too — I especially enjoyed the glowing oboe solo in the slow introduction to the Proserpin Overture, the bright, incisive trumpets in the “Birthday” Overture, and the brazen horns in the Äfventyraren Overture. Conductor Häkkinen, who also accompanies on the fortepiano throughout, inspires his forces to play with vigor and precision. Given the consistently high energy level, you might mistake these cold-climate Finns for a bunch of hot-blooded Italians!
Finnish mezzo-soprano Monica Groop is the soloist in the arias; she sings with her customary refinement and expressiveness. There is quite a variety here, from the Swedish-language arias, drawn mostly from instrumental music to stage plays, to the Italian-language arias on texts by Metastasio, to the one sacred aria in Latin, Parvum quando cerno Deum. I sense that Groop is most inspired by the Italian arias; these seem to lie closest to her artistic sensibilities. She adopts a more overtly operatic style in these numbers, although I have a hard time believing that anyone sang with this much vibrato in the 18th century. Still, her sound corresponds to the present-day “norm” for period-instrument performance, and is never less than enjoyable.
If you’re still undecided about this disc, I urge you to audition the Äfventyraren (The Adventurer) Overture. Unquestionably the major work on this CD, it is an endlessly inventive, fascinating piece that either Mozart or Haydn would have been proud to call his own, and Helsinki Baroque plays it to the hilt. Highest recommendation.
Christopher Brodersen, Fanfare, 1/2015

‘That man has a noble style, the like of which I have found in no one else,’ remarked Gluck of Joseph Martin Kraus (1756-92), Mannheim-trained but active for most of his career in Stockholm. Gluck is indeed a dominant influence in these assorted overtures and arias, though Kraus’s colourful orchestration, vividly delineated by the Helsinki period band, owes more to his Mannheim experiences.
The playing throughout bristles with energy, with natural horns and contrabassoon lending an aptly raucous buzz to the tutti textures.
Richard Wigmore, Gramophone, 4/2015


 

Reviews 2014

Kraus: Arias and Overtures
Monica Groop, mezzo-soprano
Helsinki Baroque Orchestra
dir. Aapo Häkkinen
Naxos, 2014

Regular readers will know that I am a fan of both Kraus and Aapo Häkkinen’s stylish performances, especially at the helm of Helsinki Baroque Orchestra – one of the few organisations prepared to explore the less-trodden paths of the rococo period and beyond. From the opening notes of the present CD, it is clear that this will be an impassioned plea for Kraus’s admittance into the mainstream (…) And if the precisely articulated string playing, sonorous winds with punctuating brass and the perfectly timed fortepiano interjections fail to persuade you, then you can rely on mezzo Monica Groop to charm your ears in any various tongues! Hers is an instrument of great warmth and power, yet it is never deployed to the detriment of Kraus’s fabulous music. If the overture to Gustav III’s birthday ode does not energise you, or you remain unmoved by the dramatic opening to the cantata for the same monarch’s funeral, then there is no hope. Sorry! I hope this will not be the last Kraus we hear from the Helsinki Baroque Orchestra.
Brian Clark, Early Music Review, 10/2014

Joseph Martin Kraus was born in Germany in 1756 and moved to Stockholm at age 21, where he spent the best years of his short career at the court of the ill-fated Gustav III, before dying of tuberculosis at age 36. He is sometimes referred to as the “Swedish Mozart,” and was frequently praised by many fellow musicians including Haydn, whom he met on a grand tour of Europe. Why he’s been so neglected in modern times seems a mystery when listening to this collection of his very effective stage music by the Helsinki Baroque Orchestra. Along with several lively overtures, the fine Finnish soprano Monica Group is featured on a handful arias including one from a cantata written in King Gustav’s honor.
WQXR New York, 10/2014 (ALBUM OF THE WEEK)

Avec Haydn, Joseph Martin Kraus était considéré comme l’un des deux seuls génies de l’époque. Il est reconnu comme le compositeur et le chef d’orchestre allemand le plus talentueux du XVIIIe siècle, aux côtés de Mozart. Helsinki Baroque Orchestra, fondé en 1997, qui a développé au cours de son histoire de dix-sept ans l’un des plus beaux ensembles, est dirigé sur ce disque par Aapo Häkkinen, directeur artistique depuis 2003. La mezzo-soprano Monica Groop, un des dons les plus précieux de la Finlande au monde musical, prête sa voix à ce disque. Sa vaste expérience dans des rôles de Mozart la qualifie comme un défenseur naturel pour la musique vocale de Kraus et son talent exceptionnel se retrouve sur cet album.
Brigitte Dunwoody, Le BabillART, 10/2014

Entdeckenswert
Der finnische Cembalist und Dirigent Aapo Häkkinen ist gemeinsam mit seinem Helsinki Baroque Orchestra in puncto CD-Repertoire zurzeit zweigleisig unterwegs: Zum einen widmet er sich aktuell dem Konzertschaffen Johann Sebastian Bachs für sein Instrument, zum anderen legt er offenbar einen Akzent auf die musikalischen Heroen des skandinavischen Nachbarn Schweden. Nach Orchestermusik von Johan Joachim Agrell präsentiert das neueste Album Ouvertüren und Arien des eine Generation jüngeren Joseph Martin Kraus. Mit von der Partie ist die exzellente finnische Sopranistin Monica Groop. Auch wenn es derzeit noch keine besonders große Kunst ist, Einspielungen von Kraus’ Werken mit dem Label “Ersteinspielung” auszustatten, so offenbart jede weitere Veröffentlichung aufs Neue, wie viel außerordentlich Entdeckenswertes dieser Komponist in seinem kurzen Leben geschaffen hat.
Was es hier an Ausschnitten aus Kantaten und Opern zu hören gibt, kann es mühelos mit dem Besten wesentlich prominenterer Kraus-Zeitgenossen aufnehmen. Zum tiefen Eindruck, den die Musik macht, trägt wesentlich auch die Interpretation des Helsinki Baroque Orchestra als auch mit den solistischen Leistungen Einzelner überzeugt. Man höre nur die geistliche Arie “Parvum quando cerno Deum” auf einen Text aus dem 12. Jahrhundert, wo das Orchester auf eine Kammermusikformation reduziert auftritt, um diesen Eindruck bestätigt zu finden. Der glasklare, vibratoarme Sopran Monica Groop ist eingebettet in ein instrumentales Gefüge gleichberechtigter Partner. In den größeren Ensemblewerken, vor allem den Ouvertüren, motiviert Häkkinen seine Musiker zu dem dynamischen, präzisen und vitalen Orchesterspiel, für das man die Finnen auch hierzulande kennt und schätzt.
Arnd Richter, Fono Forum, 12/2014
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J.S. Bach, C.P.E. Bach
Pierre Hantaï & Aapo Häkkinen, harpsichord
Helsinki Baroque Orchestra
St John’s Smith Square, London, 21.5.2014

The programme’s title, “Key relationships”, was one of those general catchphrases that might have referred equally to their father-son relationship or to the narrow range of keys explored here. In terms of tonality and texture, indeed, this programme didn’t score highly on contrast, but it was satisfyingly consistent.
This performance’s intimacy, doubtless very authentic, allowed for gains elsewhere. It was a pleasure to hear the harpsichords burbling away in the virtuosic hands of Pierre Hantaï & Aapo Häkkinen.
C.P.E. Bach’s Harpsichord Concerto in G minor, the longest piece of the evening and a work pointing towards the Mozartian concerto model, supplied more complete contrast. Full of variety, thanks to its composer’s eccentric flair, it received a performance (with Hantaï as soloist) that had all the intensity of chamber music.
John Allison, The Telegraph, 22.5.2014
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Bach: Harpsichord concertos, vol. 2
Aapo Häkkinen, harpsichord
Helsinki Baroque Orchestra
AEOLUS, 2013

Häkkinen, sur un instrument de Rutkowski d’après Hass, domine le dialogue sans effort. L’approche expressive est originale et toujours subtile. La partie de violon du quatrième Brandebourgeois adaptée par Bach pour le clavecin sonne de manière lumineuse, la varieté des respirations témoigne d’un discours réellement imaginatif. Le claveciniste finlandais fait très bien sentir les niveaux d’écriture, et orne avec talent les endroits propices à l’improvisation. La densité sonore apportée par le seize pieds confère une splendide autorité aux mouvements extrêmes du Ré majeur : l’œuvre n’a jamais paru aussi éloignée de sa version originale pour violon, et pourtant cette couleur sombre et dramatique lui réussit.
On remarquera une belle inventivité des cordes, un sens aigu du cantabile, d’excellentes idées d’articulation et de caractère dans les mouvements lents.
Philippe Ramin, Diapason, 1/2014

Towards the end of his life, Johann Sebastian Bach made a second collection of concertos, these for keyboard. Around 1738 he put this together, possibly as a way of publicizing his work with the Leipzig Collegium, or possibly with an eye towards publishing them. The six works are all somewhat eclectic since they seem to have been transcriptions of works for other instruments, as the informative booklet notes by soloist Aapo Häkkinen state. There are other sources in the Bach archives, so how he put them together can more or less be traced, and in recording these, Häkkinen and his Helsinki Baroque Orchestra have decided that they would be split into two volumes.
As for the performances, Häkkinen has done an outstanding job. The precision of the Helsinki Baroque Orchestra is evident right off the bat. The sound is excellent, the solo playing virtually flawless, enough so that I will be anxious to acquire the first volume to complete the set. This is an inspired interpretation and one that demonstrates the unique art of composition employed by Bach. (…) The Helsinki Baroque performs the often strict lines of these concertos with a nice sense of phrasing that, under less expert hands, would become somewhat mechanical. Here, all of the notes are in place, all of Bach’s tortuous sequences are audible, and all of his often intricate counterpoint is clear and unambiguous. Although only one on a part, the ensemble often sounds fuller, complementing the dexterous and detailed performance of the harpsichord by Häkkinen. In short, this is an excellent performance that brings new life to the oft-recorded concertos, now that the series is complete.
My only quibble is the length and depth of the booklet notes, which seem to go out of their way to belabor the nit-picky details of the scholarship used to create the recording. Not that as a musicologist I don’t revel in such things personally, but the average listener really does not need an excursus on the surviving harpsichords of Bach’s circle or the pitch standards of the time to appreciate the sheer artistry of the performance. Moreover, there are some controversial ideas (…) which are tangential to the performances themselves. Still, this is now the standard for performances of these six concertos, and as such would well serve to replace any others you might have in your collection.
Bertil van Boer, Fanfare, 1/2014

Die erste Folge der Einspielung von Johann Sebastian Bachs Cembalokonzerten mit Aapo Häkkinen und dem Helsinki Baroque Orchestra hat einen überaus positiven Eindruck hinterlassen. Vol. 2 bestätigt dies nun, mehr noch: Die Folgeeinspielung ist musikalisch und in Bezug auf den Ensembleklang noch ausgereifter und lässt den zweiten Streich somit zu einem Hochgenuss werden.
Wie auch Vol. 1 stellt Aapo Häkkinen neben die Konzerte für Cembalo und Orchester solistische Werke, in diesem Fall Johann Sebastian Bachs Fantasia c-Moll BWV 906, deren brodelnde Klangwucht durch die Besonderheiten des Cembalos wunderbar unterstützt wird, was zu einem gewaltigen Klangeindruck führt, sowie Wilhelm Friedemann Bachs Concerto in G-Dur (Fk 40) für Cembalo solo, in dem Aapo Häkkinen virtuos glänzt und die rauschende bis prasselnde, bis in tiefste Tiefen führende Klangentfaltung expressiv gestaltet.
Von den Bachschen Cembalokonzerten sind komplementär zur ersten Folge hier die Konzerte D-Dur BWV 1054, A-Dur BWV 1055 und F-Dur BWV 1057 (mit zwei zu den Streichen hinzutretenden Blockflöten) vertreten. Auch hier ist der Solist klanglich ins Ensemble relativ stark eingebunden, weil die solistische Gestaltung der Streicher Freiräume für Einzelstimmen schafft, die dann mit solistisch konturenscharfer Phrasierung modelliert werden und somit an Feinzeichnung und Selbständigkeit der Führung dem Solisten kaum nachstehen. Das führt zu einem im Gegensatz zu vielen anderen Aufnahmen mit größerer Instrumentalbesetzung zu dem Eindruck einer viel kammermusikalischeren, flexibleren Formung. Stets begegnet das Ensemble der Musik mit lebhafter affektiver Zeichnung, dabei ohne verhetzte Rasanz frische Tempi mit zielführender Phrasierung verbindend.
Florian Schreiner, Klassik.com, 11.1.2014

More Nordic Baroque! (…) persuasively realized on period instruments. It shouldn’t come as a surprise. Finland’s pedagogical philosophy, the envy of the Western world, recognizes the importance of music in a comprehensive education, which probably explains why young Finnish conductors, singers, and composers keep turning up all over the place. But I don’t recall a lot of period instrument players or ensembles from the land of lakes and trees. If these discs are representative, that should change. Aapo Häkkinen, the soloist and artistic director, isn’t a novice. He’s in his late 30s and has been playing the harpsichord for a quarter of a century, and he does so exceedingly well. He’s concertized around the world and amassed a substantial discography, both playing and conducting. He became artistic director of the Helsinki Baroque Orchestra in 2003, four years after its founding. The orchestra’s roster for this recording is all Finnish, except for Julien Martin, who plays recorder alongside Hanna Haapamäki in the F-Major Concerto, which is an arrangement, by Bach, of the Fourth Brandenburg Concerto. Häkkinen, who studied formally with Bob van Asperen and informally with Gustav Leonhardt, knows the idiom thoroughly. He’s concluded that the concertos were played one-to-a-part, and so the orchestra, for this recording, is chamber-sized and first-rate. Häkkinen, too, is superb. Robust in the D-Minor Concerto, delicate in the E-Major, he finds the right touch for each of the concertos.
George Chien, Fanfare, 1/2015

Aapo Häkkinen and the Helsinki Baroque Orchestra have produced two outstanding discs of six of the Bach harpsichord concertos BWV1052–7 on Concerti à Cembalo Concertato: Harpsichord concertos vol.1 (Aeolus AE-10057, rec 2012, 65′) and Concerti à Cembalo Concertato: Harpsichord concertos vol.2 (Aeolus AE-10067, rec 2013, 62′). A big draw is Häkkinen’s harpsichord: a very large one with two soundboards, built in 1970 by Rutkowski and Robinette for Igor Kipnis, who named it ‘Big Red’. It sounds magnificent here, with its strong bass giving a driving impulse to the whole ensemble. One uncommon thing about Häkkinen’s delivery is his tendency to play many single-note melodic ornaments in the right hand before the beat, rather than starting on the beat; he makes it sound convincing, and arguably more French.
A rarity here is that the F minor concerto, BWV1056, is transposed to G minor. Häkkinen explains in his thorough documentation that the G minor version is Bach’s later one, but that the Neue Bach-Ausgabe has given it a questionable transposition back into F minor. It sounds less lugubrious than usual here, and easier on the string players. After three concertos on each disc, Häkkinen fills the remaining space with harpsichord solos. Volume 1 includes the Italian Concerto, BWV971, and Volume 2 has the C minor Fantasia, BWV906, plus a G major solo harpsichord concerto by Wilhelm Friedemann Bach. These serve as further vehicles for Big Red’s thunderous 16′ stop. The performances are all suitably dramatic and flexible. May we hope for a third volume from this terrific team?
Bradley Lehman, Early Music, 2/2015

 

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